Eines der eindrucksvollsten Merkmale der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist die Tatsache, dass die über 13 Millionen Mitglieder starke Kirche nahezu ausschließlich von ehrenamtlich tätigen, unbezahlten Laienpriestern geführt wird.
Die Erste Präsidentschaft, die aus drei Männern besteht, sowie der Rat der Zwölf Apostel leiten die weltweite Verwaltung und legen Richtlinien fest. Die Kirche hat ihren Hauptsitz in Salt Lake City im Bundesstaat Utah in den Vereinigten Staaten. Die Erste Präsidentschaft und Mitglieder des Rates der Zwölf Apostel bereisen die ganze Welt, um sich mit örtlichen Führern und Mitgliedern zu treffen.
Zu Verwaltungszwecken hat die Kirche die Welt in 30 Gebiete aufgeteilt. Erfahrene Kirchenführer werden dazu berufen, die Aktivitäten in diesen Gebieten zu koordinieren. Österreich gehört zum Gebiet Europa Mitte.
Auf örtlicher Ebene sind Familien und Alleinstehende zu Gemeinden zusammengefasst. Eine Gemeinde besteht aus ca. 200 Mitgliedern. Mehrere Gemeinden werden zu einem Pfahl (einer Diözese ähnlich) zusammengefasst. Ein Pfahl funktioniert im Großen und Ganzen autonom und wird von örtlichen Geistlichen geleitet. Der Begriff Pfahl wird aus dem Alten Testament abgeleitet. Gleichwie im alten Israel Pfähle in die Erde gerammt wurden, um das Offenbarungszelt zu verankern, haben Pfähle heute die gleiche symbolische Funktion für die Kirche.
Ein Pfahlpräsident steht jeweils einem Pfahl vor, dem zwischen 2.000 und 4.000 Mitglieder der Kirche angehören. Der Pfahlpräsident beruft eine Anzahl von Mitarbeitern, die ihm bei der Verwaltung und bei der Schulung zur Seite stehen. Sowohl der Pfahlpräsident als auch die Pfahl- und Gemeindebeamten dienen ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Nahezu alle tätigen Mitglieder - Männer, Frauen und Jugendliche - haben eine Aufgabe inne. Diese Einbeziehung aller Mitglieder in die Kirchenarbeit ist ein herausragendes Merkmal der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die den Einzelnen übertragenen Aufgaben können sich auf Seelsorge, Verwaltung, Beratung und Belehrung beziehen. Sie können Missionsarbeit, die Durchführung sozialer Aktivitäten oder von Dienstprojekten umfassen.
Der Bischof ist das geistliche Oberhaupt einer Gemeinde. Er ist in der Regel verheiratet und erhält wie alle anderen Beamten der Kirche keine Bezahlung. Neben seiner Berufstätigkeit verwendet er einen großen Teil seiner Freizeit, um den Mitgliedern seiner Gemeinde zu helfen.
Die Familie ist die Grundeinheit der Kirche. Die Kirche lehrt, dass die Grundsätze christlicher Lebensführung am besten innerhalb der Familie gelehrt, veranschaulicht und praktiziert werden. Die elterliche Verantwortung wird stark betont. Die Kirche wird als wichtiges Hilfsmittel verstanden, weil sie zur psychischen, intellektuellen, seelischen und geistigen Entwicklung jedes einzelnen Familienmitgliedes beiträgt.
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